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Unternehmen Das ist Junge Historie

Als Johannes C. D. Junge am 1. April 1897 in Lübeck die Dampfbäckerei Hansa gründete, legte er den Grundstein zu einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte, die seit 120 Jahren in ganz Norddeutschland und Berlin tagtäglich fortgeschrieben wird. Schon in den ersten Gründerjahren verliefen die Geschäfte mehr als erfreulich: Zweimal musste die Dampfbäckerei ihren Standort wechseln, weil man aus allen Nähten platzte. Deshalb errichtete Junge 1902 in der Kieler Thorstraße eine Bäckerei mit zwei Doppelöfen. Bereits 1906 wurde diese an den Standort in der Lübecker Mühlenstraße mit sieben Etagenöfen und modernsten Maschinen verlegt. Das Hansa-Brot war sehr begehrt.

Die dynamische Entwicklung hielt weiter an, so dass auch die Lübecker Betriebsstätte nicht mehr den Anforderungen standhalten konnte. Das geeignete Grundstück für einen Neubau befand sich ebenfalls in der Breiten Straße: 1907 wurde dort eine Bäckerei gebaut, die allen modernen Ansprüchen der Zeit entsprach. In diesem Haus, neben dem sich noch heute ein Café Junge befindet, wurde zusätzlich zum Brot nun auch Kuchen gebacken. 1914 pachtete Junge die städtischen Wassermühlen, um die Betriebe in Lübeck und Kiel selbst mit Mehl zu versorgen. Die Jahre des Ersten Weltkriegs brachten eine Unterbrechung. 

So köstlich wurde dieses gastronomische Kleinod angepriesen, dass wir den Verfasser des Originaltextes unverändert zu Wort kommen lassen wollen:
„Der Konditorei- und Kaffeebetrieb nimmt eine gesonderte Stellung ein. Hier wurde für Lübeck etwas ganz Neues geschaffen. Neben großstädtischer, behaglicher Eleganz bieten Erfrischungsräume infolge billigster Preisberechnung der unter Verwendung nur allerfeinster Rohmaterialien hergestellten Waren
jedermann Gelegenheit, sich einen kleinen Imbiß bei kürzerer oder längerer Rast zu gönnen, sei es nun vormittags zum Frühstück oder nachmittags zu einer Tasse vorzüglichen Kaffees mit verschiedensten Gebäcksorten.“

Anfang der 1920er Jahre konnte man dann wieder durchstarten: Junge verlagerte die Konditorei und Gebäckfabrik in die Lübecker Hüxstraße und eröffnete in der gleichen Straße einen Erfrischungs-, Kaffee- und Teeraum, der heute noch vielen älteren Lübeckern als „Café Junge“ ein Begriff ist. 1927, zum 30-jährigen Firmenjubiläum,
zählte Johannes C. D. Junge in seiner Lübecker Dampfbäckerei bereits 200 Mitarbeiter und blickte auf einen Fuhrpark, der aus einem guten Dutzend Automobilen und mehreren Pferdegespannen bestand. Mit den täglich produzierten Backwaren wurden 60 eigene und ebenso viele fremde Verkaufsstellen beliefert.

Die Wirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre ging auch an der Firma Junge nicht spurlos vorbei. 1929 kaufte Johannes C. D. Junge den 150 Hektar großen Arfrader Hof, um Eier und Milchprodukte für die Konditorei selbst herstellen zu können.
1935 übertrug der Firmengründer die
Leitung an seinen Sohn Hans. 1941 starb Johannes C. D. Junge an den Folgen eines Schlaganfalls. Im Jahr 1949 kehrte Wolfgang Junge, der Sohn von Hans Junge, aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und übernahm die Führung der Konditorei in der Hüxstraße. Sein jüngerer Bruder Dieter kümmerte sich gemeinsam mit Vater Hans um die Bäckerei.

In den Wirtschafts- wunderjahren wurde Brot immer häufiger im Lebensmittel- handel angeboten: Das Schnittbrot trat seinen Siegeszug an. In der Folge verkaufte Junge den Arfrader Hof und die Bäckerei in Kiel und baute eine moderne Brotbäckerei in der Schwartauer Landstraße. Nach einer schweren Erkrankung übergab Hans Junge 1963 das Unternehmen an seine beiden Söhne Wolfgang und Dieter. 1967 bis 1980 wurde gemeinsam mit der Firma Peters das Rugenberger Mühlenbrot produziert, während die Konditorei Junge weiter eigenständig Kuchen, Gebäck und Torten in der Breiten Straße produzierte und in den fünf verbliebenen Filialen verkaufte.

Ende der 1960er Jahre begannen die Brüder Wolfgang und Dieter Junge dann, das Filialgeschäft wieder aufzubauen. Und die Rechnung ging auf, auch dank innovativer Ideen wie der Eröffnung des ersten Geschäfts mit Snackbereich 1975 – bundesweit ziemlich einmalig. 1980 schlug Junge mit dem Namenszusatz „Stadtbäckerei“ ein neues Erfolgskapitel auf. Der Erfolg ermutigte das Familienunternehmen, den Schritt nach Hamburg zu wagen und als „Hansebäcker“ 1986 in der „Mö“ ein erstes Geschäft zu eröffnen. 1989, kurz bevor sein Vater Dieter nach schwerer Krankheit starb, trat Axel Junge, der heutige Firmenchef, in das Unternehmen ein.

Die Wiedervereinigung Deutschlands war 1990 der Startschuss für den Aufbau der Stadtbäckerei Junge in Rostock. Offiziell ab 1. April 1992 buk man die beliebten Backwaren in Rostock Elmenhorst. Mittlerweile verfügt Junge über zwei Bäckereien in Elmenhorst und Greifswald, die über 60 Geschäfte in ganz Mecklenburg-Vorpommern mit dem
„Echten Genuss“ beliefern. Heute ist Junge ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Wenn wir in das Jahr 1899 zurückgehen, belieferte Junge ja schon den Rostocker Wochenmarkt. Also war der Neuanfang eigentlich ein Wiederbeginn.

Neu in der Branche: Der Bäcker Drive – ein außergewöhnlicher Junge! Das große rote „J“ an der Glasfassade des neuen Drive-in weist Pendlern, Freunden des schnellen Snacks und Coffee-to-go-Fans den Weg. Mit dem Drive-in macht Junge nicht nur die Fahrt zur Arbeit zu einem Frühstückserlebnis. Einfach vorfahren, bestellen, genießen – ganz ohne auszusteigen! Verführerisch duftende Kaffeespezialitäten und leckere, stets frisch belegte Snacks kann man sich dort ganz bequem durch das Autofenster reichen lassen. Das bedeutet also nicht nur Coffee-to-go, sondern auch Coffee-to-drive.

Ein Stück Bäckergeschichte

Es war einmal... über 120 Jahre Junge Die Bäckerei.
Werfen Sie einen Blick auf die wichtigsten Ereignisse unserer Vergangenheit.

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