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Was ist FODMAP und welche Rolle spielt es im Hinblick auf Lebensmittelunverträglichkeiten?

In den vergangenen Artikeln haben wir über die Unterschiede zwischen den einzelnen Effekten von Gluten auf den Körper geschrieben und wie viele Menschen tatsächlich von einer Allergie oder Zöliakie betroffen sind. Dabei ergab sich, dass es bei den Menschen deutlich öfter um Unverträglichkeiten und nicht um Allergien geht. Viele entscheiden sich aus Prinzip für eine glutenfreie Ernährung, weil sie glauben, dass es besser für ihre Gesundheit ist. FODMAP könnte für sie eine Alternative sein, denn man kann dabei auch Getreide verzehren, die einfach einen niedrigeren Glutengehalt haben!

FODMAP - Stoffe, die eine mögliche Ursache für Verdauungsbeschwerden sein können

Oft bekommen die Menschen Verdauungsbeschwerden, die nicht so einfach diagnostiziert werden können. Wenn solche Beschwerden wie Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen und Blähungen auftreten und dabei Erkrankungen wie Zöliakie, Laktoseunverträglichkeit, Fruktosemalabsorption usw. ausgeschlossen werden, spricht man von einem Reizdarmsyndrom.

Reizdarmsyndrom - oft ist die Ursache eine Unverträglichkeit oder eine Sensitivität. Das erschwert die Diagnose.

FODMAP ist eine Entdeckung von der australischen Monash-Universität. Es wurden klinische Untersuchungen durchgeführt und dabei festgestellt, dass die Symptome von Verdauungs - beschwerden verbessert werden, wenn eine FODMAP-arme Ernährungsweise eingehalten wird.

F- fermentierbare (vergärbare)
O- Oligosaccharide (Mehrfachzucker)
D- Disaccharide (Zweifachzucker)
M- Monosaccharide (Einfachzucker)
A- und (engl. and)
P- Polyolen (mehrwertige Alkohole)

Das sind Kohlenhydrate und sog. mehrwertige Zucker-Alkohole (z. B. spezielle Zucker und Zuckeraustauschstoffe wie Xylitol, Erythritol oder Sorbitol), die in vielen Lebensmitteln vorkommen. Diese können bei den meisten Menschen schlecht verstoffwechselt (verdaut) werden, dabei ist es egal ob die Person ein Reizdarmsyndrom oder eine Sensitivität hat. Diese Stoffe können im Dünndarm nur schlecht resorbiert werden und gelangen schnell in den Dickdarm, wo sie von Bakterien vergärt werden. Hier wird von den Bakterien CO2 produziert und freigesetzt - es entstehen z. B. Blähungen.

Die Stoffe, die die meisten Beschwerden hervorrufen sind Laktose, Fruktose, Galaktose, Xylit, Maltit oder Sorbit. Deshalb ist es wichtig zu wissen, welche Produkte hohe Gehalte an diesen Stoffen haben. So ist z. B. Laktose nicht in allen Milchprodukten zu finden. Butter und "gereifte" Käsesorten (Grana Padano oder Parmesan) enthalten deutlich weniger oder kaum Laktose als zum Beispiel Vollmilch.  

Wenn der Gehalt von diesen Stoffen im Lebensmittel niedrig ist, darf man es in einer low-FODMAP Diät verwenden. Wenn Sie z. B. beim Verzehr von laktosehaltigen Produkten Verdauungsbeschwerden bekommen und vom Arzt eine Laktoseintoleranz oder andere Krankheit ausgeschlossen wurde, könnte man eine low-FODMAP Diät ausprobieren. Im Rahmen dieser Ernährungsumstellung werden Sie im ersten Schritt Produkte essen, die einen niedrigeren Gehalt an Laktose haben (oder sie sogar komplett ausschließen), bevor es im zweiten Schritt dann zu einer schrittweisen Wiedereinführung von laktosehaltigen Lebensmitteln kommt. So kann man die individuelle Toleranz für laktosehaltige Produkte bestimmen.

low-FODMAP-Diät = bessere Lebensqualität

Eine Low-FODMAP-Diät ist eine sehr gute Option für Menschen zur Reduktion von Problemen im Magen-Darm-Trakt. Es ist kein Programm zum Abnehmen, sondern ein Programm zum Wohlfühlen, auf Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Forschung entwickelt.

FODMAP - Lebensmittel im Überblick

Quellenverweis
  • Gibson, P.R., Shepherd, S.J., 2010. Evidence-based dietary management of functional gastrointestinal symptoms: The FODMAP approach in: Journal of Gastroenterology and Hepatology, Vol. 25 (2).
  • Barett, J.S., 2017. How to institute the low-FODMAP diet in: Journal of Gastroenterology and Hepatology, Vol 32.
  • Andersen, G., Köhler, H. in Zusammenarbeit mit Rubach, M., Schaecke, W., 2015. Jahresbericht der Deutschen Forschungsanstalt 2014, Freising, S. 136 – S. 139.